Erkrankungen von Magen, Darm, Leber, Gallenwegen und Bauchspeicheldrüse gehören zu den häufigsten und zugleich komplexesten internistischen Problemen bei Hund und Katze. Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Gewichtsverlust, Appetitveränderungen oder Bauchschmerzen können sehr unterschiedliche Ursachen haben und erfordern deshalb eine strukturierte Abklärung.

Die Gastroenterologie zählt zu den besonders dynamischen Bereichen der Tiermedizin.

Neue Erkenntnisse zu chronischen Darmerkrankungen, Mikrobiom, Ernährung, Pankreas- und Lebererkrankungen verändern Diagnostik und Therapie laufend.

Umso wichtiger ist es, Labor, Ultraschall, Endoskopie, Probenentnahmen und individuelle Ernährungskonzepte sinnvoll zu kombinieren.

Ziel ist eine möglichst genaue Diagnose und eine Behandlung, die langfristig zu stabiler Verdauung und besserer Lebensqualität führt.

Wann ist eine gastroenterologische Abklärung sinnvoll?

Eine gezielte Abklärung ist sinnvoll bei wiederkehrendem oder länger anhaltendem Erbrechen, Durchfall, Gewichtsverlust, Appetitveränderungen, Bauchschmerzen, Blähungen oder Verstopfung. Auch Blut oder Schleim im Kot, häufiges Grasfressen, auffällige Leber- oder Bauchspeicheldrüsenwerte sowie wiederkehrende Beschwerden trotz Futterumstellung sollten untersucht werden.

Da ähnliche Symptome sehr unterschiedliche Ursachen haben können, ist eine strukturierte Diagnostik wichtig, bevor eine langfristige Therapie oder Diät begonnen wird.

Diagnostik, Endoskopie und Gewebeproben

Bei Magen-Darm-Beschwerden kombinieren wir klinische Untersuchung, KI assistierte Blut- und Kotanalysen, In-house-PCR, Ultraschall und digitales Röntgen.

So lassen sich Erkrankungen von Magen, Darm, Leber, Gallenwegen und Bauchspeicheldrüse gezielt eingrenzen.

Bei anhaltenden oder unklaren Beschwerden kann eine Endoskopie sinnvoll sein. Dabei werden Speiseröhre, Magen und je nach Fragestellung auch Darmabschnitte direkt beurteilt. Fremdkörper können häufig entfernt und auffällige Schleimhautveränderungen dokumentiert werden. Zusätzlich entnehmen wir gezielt Gewebeproben für die histopathologische Untersuchung. Diese Kombination ermöglicht eine fundierte Diagnose und bildet die Grundlage für eine individuell abgestimmte Behandlung.

Fäkale Mikrobiota-Transplantation (FMT) beim Hund und bei der Katze

Die fäkale Mikrobiota-Transplantation, kurz FMT, dient dazu, ein gestörtes Darmmikrobiom gezielt zu unterstützen. Dabei werden aufbereitete Darmmikroorganismen eines gesunden Spendertiers in den Darm des Patienten übertragen. Das Darmmikrobiom beeinflusst unter anderem Verdauung, Stoffwechsel, Darmbarriere, Immunabwehr und den Schutz vor Krankheitserregern. Bei akuten und chronischen Darmerkrankungen kann dieses komplexe Gleichgewicht deutlich verändert sein.

Eine FMT kann insbesondere bei ausgewählten Hunden und Katzen mit wiederkehrendem oder chronischem Durchfall, chronischer Enteropathie oder ausgeprägter Dysbiose als ergänzende Behandlung sinnvoll sein. Studien zeigen bei einem großen Teil der Patienten eine Verbesserung der Kotqualität und der klinischen Beschwerden; der Behandlungserfolg ist jedoch individuell und nicht garantiert.

Je nach Erkrankung und Ansprechen genügt eine einmalige Anwendung. Bei anderen Patienten sind mehrere Behandlungen oder regelmäßige Wiederholungen notwendig. Die Kosten betragen 80 Euro pro Anwendung.

Häufige gastroenterologische Erkrankungen bei Hund und Katze

In unserer gastroenterologischen Sprechstunde untersuchen und behandeln wir unter anderem akute und chronische Durchfallerkrankungen, Gastritis, chronische Enteropathien beziehungsweise IBD, Futtermittelunverträglichkeiten, Dysbiosen, Giardien und andere Darmparasiten. Auch Verstopfung, Megakolon, Proteinverlustenteropathie und gastrointestinale Tumorerkrankungen gehören zu den häufigen Fragestellungen.

Weitere Schwerpunkte sind Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse wie Pankreatitis und exokrine Pankreasinsuffizienz sowie Erkrankungen von Leber, Gallenblase und Gallenwegen. Da ähnliche Symptome sehr unterschiedliche Ursachen haben können, werden Diagnostik und Therapie individuell an den jeweiligen Patienten angepasst.